Was macht man als Witwe mit acht Kindern, wenn man sein Brot mit Schreiben verdient und einem die Landwirtschaft im Blut liegt? Man kauft ein Grundstück in der Nähe der Verlage, für die man schreibt, kauft Ponys und gründet einen Pferdehof.

Mutter, Autorin, Übersetzerin, Pferdezüchterin

Das hört sich bestimmt um einiges einfacher an, als es sich für Lise Gast darstellte. Aber sie schaffte es, alles unter einen Hut zu bringen und erfolgreich zu sein. Nach ihrer Flucht aus Schlesien und quer durch die gerade gegründete DDR siedelte sie sich in der Nähe von Stuttgart an. Sie züchtete Island- und Shetlandponys und lebte mit ihren Kindern auf dem Pferdehof. Die Erlebnisse der Kinder und ihre Erfahrungen mit den Pferden inspirierten sie immer wieder zum Schreiben von Büchern, die sie mit selbstgeschossenen Fotos ihrer Pferde illustrierte.

Ihr erstes Buch Tapfere kleine Susanne handelt von zwei jungen Frauen in den 1930er-Jahren, die sich gegen den Willen ihrer Familien emanzipieren. 1939 erschien der erste Band ihrer dreibändigen Randi-Reihe, deren letzter Band 1973 erschien. Die Reihe erzählt von der gleichnamigen Protagonistin und ihrer Zeit als junge Mutter, Mutter von Teenagern und schließlich als Großmutter.

Nachdem sich Lise Gast 1955 auf ihrem Hof niedergelassen hatte, übersetzte sie Bücher aus dem Niederländischen und Englischen und schrieb über ihren Alltag mit ihren Kindern und den Pferden. Das inspirierte zu vielen weiteren Pferdebüchern, aber Lise Gast schrieb auch immer wieder über junge Frauen und wie sie ihren Weg finden.

Insgesamt schrieb Lise Gast über 100 Bücher. Sie veranstaltete bis kurz vor ihrem Tod noch Lesungen. Ihre Tochter schreibt ebenfalls Kinderbücher, hauptsächlich über Tiere und speziell natürlich über Pferde. Zum hundertsten Geburtstag ihrer Mutter im Jahr 2008 brachte sie ein Buch mit ausgewählten Geschichten aus den Büchern von Lise Gast heraus: So war es. Gut, dass es so war!

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